Landschaftspark Bettenburg im Naturpark Haßberge

Weithin sichtbar liegt dieses kleine Renaissanceschloss auf einer Bergkuppe - es gilt als Wahrzeichen der Haßberge. Dort wo heute das Schloss seine Pracht entfaltet, stand bis ins Jahr 1525 eine mittelalterliche Burganlage, die um 1200 von den Grafen von Hennberg erbaut wurde. Diese wurde jedoch im Bauernkrieg zerstört und komplett abgetragen. 1535 wurde unter Anleitung von Ritter Balthasar Truchseß eine Wohnburg erbaut, welche Züge eines einfachen Schlosses trug und bis heute aus einem dreigeschossigen Hauptbau mit Treppenturm besteht. 1627 überformte man das Burgschloss im Stil der Renaissance. Vor dem Hauptbau befindet sich heute wie damals ein großer Hof, der von zwei Wirtschaftsgebäuden und dem Gutverwalterhaus begrenzt wird.
Um das Jahr 1800 wurde die Bettenburg zu einem künstlerisch-gesitigen Zentrum der Romantik, dem „Weimar der Haßberge“. Hier wurde die dichterische Tafelrunde des Christian Truchseß von Wetzhausen ins Leben gerufen. Zu der sogenannten Bettenburger Tafelrunde, einem Literatenkreis, versammelten sich neben dem Gründer unter anderem Friedrich Rückert und Jean Paul.
Die Adelsfamilie von Truchseß bewohnte das Schloss bis 1940 und ist auch heute noch Eigentümerin des Objektes. Zwischenzeitlich war das Schloss Landschulheim, Kinderlandverschickungsheim, ein Altenheim und eine therapeutische Einrichtung. 2010 wurde die Anlage saniert, heute befindet sich dort ein Seminar- und Tagungszentrum. Zum Schloss Bettenburg gehört auch der Landschaftspark Bettenburg. Während das Schloss nur nach Vereinbarung zugänglich ist, ist ein Besuch des Landschaftsparks jederzeit und ohne Anmeldung möglich.

                                                
 
Der Landschaftspark Bettenburg
Den Besucher erwartet ein wunderschöner Buchenwald voller Bachtäler und verwunschener Wege, in dem man unvermittelt auf Bauten und Denkmäler der Ritterromantik trifft. Der Landschaftspark wurde 1790 durch den Freiherrn Christian von Truchseß angelegt. Der Landschaftspark bildet eine Einheit mit dem Schloss Bettenburg. Da Freiherr Christian von Truchseß und die Mitglieder seiner „Bettenburger Tafelrunde“ die vergangenen Zeiten der Reichsritter romantisierend verehrten, steht auf dem höchsten Punkt des Parks eine künstlich angelegte Burgruine. Um einen zentralen Torbogen spannt sie sich als Kulisse und Ort der Inspiration mit dem einen oder anderen geschickt drapierten Stein als Sitzgelegenheit. Auch die Denkmäler entlang der schmalen Wege behandeln Themen der Ritterromantik: Die Freundschaft der beiden Ritter Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen, den Mut Ulrichs von Hutten, die Geschwisterliebe, den Minnesängerplatz und schließlich die Totenkapelle. Besonders hervorzuheben sind der Minnesängerplatz, die Totenkapelle und die künstliche Ruine Altenburg.
Der Landschaftspark Bettenburg ist ein Naturdenkmal. Besichtigungen sind jederzeit möglich. Führungen werden nach Anmeldung angeboten (Anmeldung über den Kreisheimatpfleger E. Lorenz).


 

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