Ruine Raueneck in den Haßbergen

Die Ruine Raueneck (ruheneke = bewaldetes Eck) liegt auf dem westlichen Abfall des 431 m hohen Haubeberges, westlich der Stadt Ebern und wurde etwa um 1180 erbaut, zwölf Jahre nach der Zerstörung der Bramburg.

Ruine Raueneck 

 

Bei ihren Erbauern soll es sich um die von dort vertriebenen Ritter gehandelt haben, die nun den Namen ihres neuen Besitzes, von Ruheneke, annahmen, aber schon 1250 ausstarben. Schon vorher hatten sie sich unter die Lehenshoheit des Hochstiftes Würzburg begeben, so dass von nun an die Burg würzburgischer Amtssitz war.

Im Bauernkrieg 1525 wurde sie geplündert, aber nicht zerstört. Eine weitere Plünderung erfolgte im Dreißigjährigen Krieg. 1720 räumte man die Burg und verlegte den Amtssitz nach Ebern. Bis 1745 fanden in der Burgkapelle noch Gottesdienste statt. In der Folgezeit verfiel die Burg allmählich.

Raueneck ist eine typische Spornanlage, die durch einen Graben nach Osten vom übrigen Bergrücken abgetrennt ist. Über den Graben führt heute - anstelle der ehemaligen Zugbrücke - eine gemauerte Rundbogenbrücke. Bei einem Rundgang um den Mauerring der Burg stößt man auf zwei Halbschalentürme, von denen der erste noch fast sieben Meter hoch ist. An seinem Fuße befindet sich eine Aushöhlung, die als Keller, vielleicht aber auch als Verlies diente.

"Die Nixensage von Raueneck"

In der Felsenquelle, die auf der Westseite der Burg liegt und als Brunnen diente, lebte vor Zeiten eine friedliche Wassernixe, die der Familie von Raueneck sehr gewogen war und vor allem deren Kinder in ihrem besonderen Schutz nahm. Einstens hatt die Frau eines Ritters von Raueneck nach langem Hoffen und Harren auf Nachkommenschaft ihren ersten Sohn geboren. Die gute Nixe kam jede Nacht in die Wochenstube, herzte und pflegte das Kindlein und gewann es außerordentlich lieb. Oft brachte sie ihm die schönsten Geschenke mit an Perlen, Geld und Silber, und als der Knabe heranwuchs, schenktesie ihm so viele schöne Sachen, dass er, als er ein Mann war, für den reichsten Ritter der Gegend galt.
Sie warnte ihne aber stets vor Geiz und Härte und ermahnte ihn, mit seinen Schätzen die Armen zu unterstützen. Doch der Ritter wurde gerade das Gegenteil von dem, wozu sie ihn ermahnte; er wurde ein hartherziger Geizhals und baute in der Burg einen festen Turm, in dem er alle seine Schätze, die er noch hatte einschloss. Die Armen vertrieb er mit Gewalt von seiner Thüre und seine Unterthanen behandelte er mit Härte und Grausamkeit. Die gute Nixe hörte of die Klagen der Armen hilt sie aber anfänglich für unwahr. Da wollte sie ihn selbst prüfen und erschien als Bettlerin verkleidet am Burgtor und bat um Almosen. Der Ritter wüthend über die neue Bettlerin, ließ seine Hunde auf sie hetzen. Daron erzürnte die Fee und rief Gottes Strafgericht über den Frevler - und mit furchtbarem Getöse öffnete sich die Erde und verschlang den neu erbauten Turm mit all seinen Schätzen. Man hat von letzteren nie mehr etwas gefunden. Die Sage aber daß in der Burg große Schätze begraben seien, blieb, und seither hat das Volk nach diesem Schätzen gegraben. "Der Ritter selbst geriet in Armut und Not. Er irrte im Wald umher und blieb zuletzt verschollen. Wer aber in stürlischen Nächten um Mitternacht die Ruine besucht, der kann sehen, wie der Geist des rauhen Ritters auf einem Wagen aus purem Gold durchs Burgtor fährt un über die Ruinenfelder rast."
Vielleicht trifft er sort auch die Rittersfrau, die nach einer kürzeren, weithin unbekannten Sage auf der Rauheneck lebendig eingemauert worden sei. Der steineren Brunnen am Westhang des Burgbergs, heißt im Volksmund der "Nixenbrunnen" und trocknet nie ein.

Quelle: Edition Haßberge - Menschen Geschichte Kulturraum, Haus der Bayerischen Geschichte
Autor: Günter Lipp


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